Vortrag: Barrierefreies Bauen von Wolfgang Kopyczinski

Wolfgang Kopyczinski vom Landesverband der Lebenshilfe HessenAuf der diesjährigen Baumesse in Offenbach hat Herr Wolfgang Kopyczinski vom Landesverband der Lebenshilfe Hessen einen Vortrag über barrierefreies Bauen gehalten. Darin wurden einige einfach auszuführende Grundaspekte für barrierefreies Bauen nach der DIN 18040-2 erläutert: keine Schwellen, ebenengleiches Bad, Türbreite, Bewegungsflächen, Aufzug, 2-Sinnes-Prinzip.

Es wurden mehrere Beispiele aus Hessen vorgestellt, in denen Menschen mit Beeinträchtigungen und umfangreicher Assistenz selbstbestimmt leben. Dabei haben aufgrund des eklatanten Mangels an geeignetem Wohnraum Lebenshilfevereinigen Bauvorhaben mit InvestorInnen bzw. einer kommunalen Baugesellschaft als Bauträger initiiert.

Herr Kopyczinski verband seine Ausführungen mit der Aufforderung an alle Vermieter und Wohnungsgesellschaften mehr Wohnungen an Menschen mit Beeinträchtigungen zu vermieten und den Kontakt zu Vereinen der Behindertenhilfe zu suchen, damit der große Wohnungsmangel für diesen Personenkreis in Zukunft verringert wird.

Wolfgang Kopyczinski vom Landesverband der Lebenshilfe HessenEs ist sowohl Aufgabe der Kommunen und auch ihre Möglichkeit, für die in der Stadt lebenden Menschen bezahlbaren und passenden Wohnraum zu schaffen, d.h. für viele Menschen barrierefreie Wohnungen. Dabei ist es auch die Aufgabe der Bauwirtschaft, Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf eine barrierefreie Wohnung angewiesen sind, nicht zu diskriminieren. In dem Vortrag wurde anschaulich erläutert, dass barrierefreies Bauen für 10% der Bevölkerung unentbehrlich, für 40% notwendig und für 100% komfortabel ist. Betont wurde, dass Barrierefreiheit ein gesetzliches Gebot ist (Behindertengleichstellungsgesetze, Grundgesetz, Behindertenrechtskonvention).

Kommunen haben die Aufgabe und auch die Möglichkeit über entsprechende Rahmenvorgaben und Konzeptausschreibung für Wohnungsbau den überfälligen Ausbau an barrierefreien und bezahlbaren Wohnungen zu forcieren. Aktuell fehlen 190.000 derartige Wohnungen in Hessen. Als Bauträger kommen z.B. Baugenossenschaften, Kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Projekte gemeinschaftlichen Wohnens und auch konzeptfähige InvestorInnen in Frage.

Angesichts der wachsenden Armut ist besonders die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und der Ausbau langfristiger Sozialbindungen eine vordringliche Aufgabe der Kommunen und der Sozialpolitik. Die Armutsquote beträgt derzeit 15,5%.

 

Wolfgang Kopyczinski vom Landesverband der Lebenshilfe Hessen