Impressionen vom Aktionstag Inklusion und Diversity 2016

Aktionstag Inklusion und Diversity 2016 in Offenbach

 

Ankündigung 30.04.2016 Aktionstag Inklusion & Diversity

Inklusion, das heißt Leben in einer Gesellschaft, die niemanden ausgrenzt, Barrieren beseitigt und Vielfalt als Wert schätzt. Wie das aussehen kann, möchten wir beim Aktionstag am 30. April zeigen.

Jeder ist willkommen!

Deshalb wollen wir am 30. April alle gemeinsam feiern, es gibt Musik und Tanz, leckeres Essen, Spiele, Gespräche …

Es gibt Kaffee und Kuchen, türkisches Köfte (vegan) und Tantuni, ein Angebot an (alkoholfreien) Getränken und jede Menge Infostände rund um Inklusion.

Der Verein Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach möchte mit einer kleinen Musikgruppe der Albrecht-Tuckermann-Wohnanlage Besucher des Aktionstages zum Mitsingen motivieren. Dabei werden sie musikalisch von Gitarre und Akkordeon, sowie Orff-Instrumenten unterstützt. Über die Angebote des Vereins können sich Interessierte am Infotisch des Ambulanten Dienstes informieren oder dort auch beim Dosenwerfen ihr Glück versuchen.

Für die Kinder steht wieder das Spielmobil der Käthe-Kollwitz-Schule auf dem Platz. Hans-Peter Bugert bietet Hüpf- und Geschicklichkeitsspiele einfach mittendrin und für jeden an. Beim Stand des Familienzentrums ZION gibt es noch mehr Spiele.

Das türkische Schattentheater des Kulturzentrums Mosaik
Die traditionsreichen Geschichten seit dem 17. Jahrhundert erzählen von Karagöz und Hacivat. Karagöz ist ein lebensfroher, einfacher, aber witzig-gerissener Mann aus dem Volk. Nur zu gern erweckt er häufig den Anschein, die Aussagen seines Gesprächspartners falsch aufgefasst zu haben, um sich dann über diesen lustig zu machen. Hacivat ist ein Vertreter der städtischen Bildungsschicht und der höflich-gebildete Nachbar des Karagöz. Immer wieder verstrickt er sich mit Karagöz in wüste Wortgefechte und fällt dabei mit seinen belehrenden Ausführungen auf.

Aus den Werkstätten Hainbachtal verstehen sich nicht nur als Produktionsstätte (ihre Produkte kann man an ihrem Stand bewundern), sondern auch als Lebensraum. Die Trommel- und die Tanzgruppe machen nicht nur gern Musik und sorgen für eine fröhliche Stimmung, sie feiern auch selbstverständlich mit uns allen im Herzen der Stadt.

Ganz inklusiv sind auch dieses Jahr die Frankfurter wieder dabei. Wir freuen uns auf das Bläserensemble „Brassolinos“ der Musikschule Frankfurt, die uns mit fetzigen Stücken u.a. aus der Filmmusik begeistern werden.


Weiterhin treten auf: die inklusive Zumba-Tanzgruppe Locomotion, die Seniorentrommelgruppe des Familienzentrums Zion, und der inklusive Chor der Lebenshilfe, ein Gitarrist, der singend sein Tourrette-Syndrom überwindet u.v.m.,

Clown Klinki führt durch den Tag und spielt mit den Kindern, die Band „Die Berljer“ sorgt mit ihren Songs auf der Bühne für die musikalische Untermalung.


Kommen Sie vorbei, berichten Sie darüber und feiern Sie mit!


Extrablatt 04/2016 - Übersicht Veranstaltungsreihe "Inklusion" 2016/2017

Veranstaltungsreihe 2016/2017 - Extrablatt

Veranstaltungsreihe 2016/2017 - Extrablatt

 

 

 

Barrierefreie Verwaltung – Eine Kommune macht Ernst

Barrierefreie Verwaltung – Eine Kommune macht ErnstVortrag: Johannes Weber, Stadtverwaltung Wiesbaden
Moderation: Andreas Winkel, Hessischer Rundfunk
Mittwoch, 15. März 2016, VHS Offenbach


Nicht nur Menschen mit Behinderungen treffen in der öffentlichen Verwaltung immer wieder auf Barrieren gerade auch beim Verständnis von Verwaltungsvorgängen und Bescheiden. Die Beschäftigten der Sozialverwaltung der Stadt Wiesbaden haben deshalb nun über 60 Bescheide in einfache Sprache übersetzt, um den Bürgern die Verständlichkeit dieser Bescheide zu erleichtern. Herr Johannes Weber und Frau Natascha Kostecki von der Stadtverwaltung Wiesbaden haben das Modellprojekt „barrierefreie Bescheide“ vorgestellt, das gemeinsam mit dem hessischen Sozialministerium entwickelt wurde.
 
Barrierefreie Verwaltung – Eine Kommune macht ErnstDas Projekt ergab sich sozusagen als Beitrag der Landeshauptstadt Wiesbaden aus den Vorgesprächen des hessischen Aktionsplans 2011 zur Umsetzung der UN-BRK in Hessen. Die Stadtverwaltung, namentlich das Amt für soziale Arbeit, betrat damals Neuland, als ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Konzept zur Erstellung barrierefreier Bescheide entwickelten. Doch schnell war klar, dass es so einfach nicht gehen würde. Wegen des notwendigen Aufwandes schien die Skepsis vieler Beteiligter berechtigt. Denn ein Bescheid steht erst am Ende eines langen Beratungs- und/oder Antragsprozesses; viel wichtiger sind zunächst der Erstkontakt und das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Die Stadt Wiesbaden hatte zunächst eine Technik entwickelt, mit der sie Bescheide und wichtige Informationen nicht nur auf Papier verschickt, sondern bei Bedarf auch als CD ausgibt, damit sich die Empfängerinnen und Empfänger der Bescheide den Text zuhause in Ruhe anhören können. Ein spezielles Logo dafür auf jedem Dokument erinnert alle Beschäftigten und Adressaten an diese Möglichkeit.

Barrierefreie Verwaltung – Eine Kommune macht ErnstDas Abfassen von Texten in „leichter“ Sprache ist nicht nur recht schwierig, die leichte Sprache ist  auch über ein Zertifikat geregelt, das die Korrektheit der Übersetzung auf der einen Seite garantieren soll, auf der anderen Seite den Fertigstellungsprozess in die Länge zieht und mithin verteuert. Eine Alternative stellt die Verwendung von „einfacher“ Sprache dar, die man sich selbst in ein paar Schritten gut aneignen kann:

  1. Einfach niederschreiben, wie es einem in den Sinn kommt.
  2. Die Kommata gegen Punkte ersetzen.
  3. Substantive durch Verben ersetzen und kurze, einzelne Sätze bilden.
  4. Überflüssige Adjektive streichen.
  5. Fremdwörter und Fachbegriffe ersetzen oder zumindest durch Alternativ-Wörter in Klammern übersetzen.
  6. Lange Wörter durch Bindestrich trennen.


Dass die Wiesbadener Stadtverwaltung dennoch verschiedene Informationstexte in leichter Sprache drucken lassen konnte, verdankte sie dem Budget, das das hessische Sozialministerium im Rahmen der Förderung der Modellregionen Inklusion zur Verfügung gestellt hatte. Einige der Broschüren sind auf der Web-Seite der Stadt Wiesbaden zu finden. Diese freut sich, wenn die Broschüren auch anderswo benutzt werden, bittet aber darum die Quelle anzugeben.

http://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/gesellschaft/menschen-mit-behinderung/content/modellregion-wiesbaden.php

Gleichzeitig wurden Schulungen für die Beschäftigten der Behörde angeboten. Sie sollten im Umgang mit den Adressaten sensibilisiert werden und Verständnis für verschiedene Behinderungsformen lernen. Diese Schulungen werden noch immer in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen angeboten und bringen das oft notwendige Aha-Erlebnis und die Erkenntnis, dass es gute Lösungen gibt.

Barrierefreie Verwaltung – Eine Kommune macht ErnstBeides, die Erstellung von Informationen und Bescheiden sowie die Mitarbeiter-Schulungen müssen ineinander greifen, um solch ein Projekt wirklich mit Leben zu füllen. Die Vorteile der Bemühungen um niedrigschwelligen Zugang zu Anträgen, Formularen, Bescheiden liegt für beide Seiten auf der Hand: Die Bürgerinnen und Bürger werden in die Lage versetzt, die Vorgänge im Amt besser zu verstehen. Sie können sich ohne weitere Hilfe für den nächsten Schritt entscheiden und ihre Rechte besser wahrnehmen. Die Beschäftigten der Behörde profitieren davon, weil die Arbeitsabläufe zügiger von statten gehen, weil Missverständnisse vermieden und Widersprüche seltener werden.

Am Ende der Veranstaltung stand die Idee des Austauschs und der Vernetzung zwischen den Kommunen und Vertreterinnen und Vertretern anderer Organisationen. Für den Erfolg eines derartigen Projektes zur Einbettung von leichter Sprache in einer Verwaltung sahen die Anwesenden folgende Kriterien:
Es braucht ein Budget für die Kompetenzentwicklung, die Fortbildung der Beschäftigten, die Erstellung der Broschüren/Bescheide/Informationen in leichte oder einfache Sprache;

 

  • Es braucht eine dezernatsübergreifende Plattform mit einem gemeinsamen politischen Willen zur Umsetzung;
  • Es braucht in der jeweiligen Fachbehörde eine federführende, koordinierende Stelle für Ressourcenbereitstellung und Umsetzung;
  • Allen Beteiligten, Beschäftigten wie auch Adressaten, muss der effektive und nachhaltige Nutzen der Investition deutlich werden;
  • Es ist ein langer Atem für die komplexe Projektumsetzung nötig, weil die Einzelbausteine des Projektes idealerweise und dauerhaft in bestehende Prozesse eingebettet werden sollten;
  • Idealerweise wird das Wissen um leichte Sprache und ihre Einbettung in die Arbeitsprozesse einer Behörde gleich von Beginn an in das jeweilige Curriculum für die Auszubildenden und in die Einarbeitungsprozesse von neuen Beschäftigten eingebaut. Dies erspart spätere aufwändige Nachschulungen;
  • Die Erfahrungen und die Produkte eines derartigen Projektes lassen sich von Kommune zu Kommune und von Behörde zu Behörde weiterreichen und können so zumindest manchen doppelten Aufwand sparen.

 

 

Herzlich Willkommen auf unserer Homepage

Netzwerk für Inklusion in der Stadt Offenbach.

 

Unser aktuelle Petition zum herunterladen: Petition.pdf